Nicht Schall und Rauch

29. Juni 2010

sondern  von nicht geringem onomastischen Interesse sind  (nicht nur in diesen spannungsgeladenen Tagen) die Namen der deutschen Nationalspieler.

Fast schon eine „Fehlbenennung“ –  der Name des Kapitäns der deutschen Nationalmannschaft, Philipp Lahm. Denn der Name „Lahm“ kann laut einer Liste von NDR 1 wörtlich genommen werden: der Vorfahre des Fußballers muss eine Behinderung gehabt haben. Dieses körperliche Merkmal war so auffällig, dass daraus ein Name entstand, der an den ganz und gar nicht lahmen Nachkommen weitergegeben wurde. Wer Philipp Lahm schon einmal bei einem Spiel gesehen hat, der weiß, dass kein anderer Spieler so flink und laufstark ist wie er.

Besser getroffen hat es da Miroslav Klose, denn „Klose“ ist die Kurzform von „Nikolaus“. Der erste Teil des Namens, “Nike”, steht für “Sieg” und der zweite Teil, “Laos”, bedeutet “Volk”. Für den Nationalspieler Miroslav Klose ließe sich daraus ableiten, dass er am 11. Juli 2010 durch den WM-Titel seinem Namen alle Ehre machen wird. Hoffen wir, dass Onomastik und Fußball hier eine glückliche Verbindung eingehen.

Unterstützt wird er bei seiner Mission von Per Mertesacker, dessen Name sich aus dem wörtlich zu nehmenden “Acker” sowie „Mertes“, einer rheinische Dialektform von „Martens“, ursprünglich „Martin“ zusammensetzt. „Martin“ steht für die römische Gottheit „Mars“ und bedeutet “der Kriegerische, Kämpferische”. Per Mertesacker wird also auf dem Fußballacker den Gegner bekämpfen (und besiegen).

Ein Teil von Bastian Schweinsteigers Nachnamen, nämlich das mitthochdeutsche Wort „Steig“, bedeutet „Stall“ und in dem Ort, aus dem der Name stammt, muss ein Schweinestall eine größere Rolle gespielt haben. Da die deutsche Nationalmannschaft momentan jedoch sehr diszipliniert und wohlgeordnet ist, ist dieser Nachname ebenfalls eine Fehlbenennung. Und falls doch mal jemand dreckig wird, haben wir zum Glück noch Holger Badstuber, bei dem es sich laut NDR 1 um „den Besitzer einer Badestube“ handelt.

Iris Leibold


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Alles Müller

29. Juni 2010

 

Tischfußball

Noch wird es in jedem Word-Dokument rot unterkringelt, doch schon bald – spätestens nach dem Sieg von Jogis Jungs nächsten Samstag gegen Argentinien und einem weiteren Doppelpack von Thomas Müller – wird niemand mehr um dieses Wort und seine vielseitigen Einsatzmöglichkeiten herumkommen.

Schon  am Tag nach dem grandiosen Sieg gegen England  hatte jede große Tageszeitung eine andere Verwendung für das Wort.

Da wird England von Deutschland nicht besiegt, sondern gemüllert (ZEIT online); die Three Lions werden von der deutschen Nationalmannschaft nicht nach Hause geschickt, sondern nach Hause gemüllert (SPIEGEL online); es klingelt nun nicht mehr zweimal im Tor, sondern es hat zweimal gemüllert (Deutsche Welle).

Ein Glück, dass weder Schweinsteiger noch Mertesacker die entscheidenden Tore erzielt haben…

Iris Leibold


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Übersetzen, 6.

05. Oktober 2009

Wer schon im eigenen Land auf lustige Schreibfehler achtet, dem fallen ulkige Interpretationen der deutschen Sprache jenseits der eigenen Landesgrenzen erst recht ins Auge.
Besonders während der Urlaubszeit erreichen uns auf Fehlerleser.de stets zahlreiche Zuschriften von Lesern, die im Ausland auf lustige deutsche Übersetzungen gestoßen sind.
Mal sind es witzige Schreibfehler und ewig lange Satzgebilde, die selbst den Deutschprofi zu mehrfachem Hinsehen zwingen, um alle Fehler zu entdecken …

Speisekarte

… dann wieder sorgen lustige Übersetzungen, die scheinbar ohne weitere Überprüfung einem Online-Übersetzungsprogramm entlockt wurden, für Heiterkeit.

speisekarte 2

Besonders niedlich wird’s dann, wenn versucht wird, für aufwendig formulierte Speisen und Gerichte eine Entsprechung zu finden:

Speisekarte 3

Bei aller Freude über wacklige Satzkonstruktionen und hinreißend naives Vertrauen in automatisierte Übersetzungen sei allerdings nicht zu vergessen, dass sich die Gastgeber rund um den Globus in den aufgeführten Beispielen nur der deutschen Gäste zuliebe zum Schorsch machen.
Deswegen nämlich, weil wir mit der Sprache des Gastlandes vermutlich noch viel weniger zurechtkämen. So viel Fairness muss sein. :)


Piet Herbertz | Kategorie: Fundstücke | 6 Kommentare »

Schwarze Gefahr für fehlerlose Rechtschreibung

28. September 2009

Es geht heiß her im deutschen Gastro-Gewerbe. Wenn es um die Rechtschreibung internationaler Kaffeespezialitäten geht, wird heiß aufgebrüht und viel sprachlicher Schaum geschlagen.
Früher war das einfach. „Kaffee“, das war das schwarze Gesöff, welches wahlweise „mit Milch oder Zucker?“ serviert wurde. Und ein „Café“ war ein Ort, an dem man ebensolchen serviert bekam.
Heute gestaltet sich die Lage ungleich schwieriger: Ob „Latte macchiato“, „Cappuccino“ oder der englische „coffee to go“ – die Schreibweisen des beliebten Heißgetränks in all seinen Variationen treiben die Gastronomen der Nation zu immer neuer Kreativität.

café to go
Irgendwie lästig und doch praktisch zugleich: ein komplettes Café zum Mitnehmen an kalten Tagen.

Late macchiato
Der späte Vogel trinkt den Kaffee. Die italienische Milch (Latte) schreibt sich jedoch mit Doppel-T.


Seite an Seite
Richtig und falsch Seite an Seite oder: Fehler bei der Glasablesung.


Milchkaffee ist richtig
Die Latte Maccihato klingt asiatisch und der Cappuchino hat beim Buchstaben-Quartett ein „c“ gegen ein „h“ verspielt. Immerhin: Der Milchkaffee ist richtig.


Piet Herbertz | Kategorie: Allgemeines, Fundstücke | 3 Kommentare »
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