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24. August 2010Anglizismen:
Das finale Statement zu Anglizismen stammt unserer Meinung nach von Modemacherin Jil Sander (im Magazin der Frankfurter Allgemeine) : “Ich habe vielleicht etwas Weltverbesserndes. Mein Leben ist eine giving-story. Ich habe verstanden, daß man contemporary sein muß, das future-Denken haben muß. Meine Idee war, die Hand-tailored-Geschichte mit neuen Technologien zu verbinden. Und für den Erfolg war mein coordinated concept entscheidend, die Idee, daß man viele Teile einer collection miteinander combinen kann. Aber die audience hat das alles von Anfang an auch supported. Der problembewusste Mensch von heute kann diese Sachen, diese refined Qualitäten mit spirit eben auch appreciaten. Allerdings geht unser voice auch auf bestimmte Zielgruppen. Wer Ladyisches will, searcht nicht bei Jil Sander. Man muß Sinn haben für das effortless, das magic meines Stils.”
(Jacob Grimm )
Dich habe ich erwählt und gesucht, ganz von mir aus.
In Nachtwachen und mit Grammatiken,
aus dem Dschungel der Deklinationen,
das Wörterbuch zur Hand, das nie den präzisen Beiklang trifft,
näherte ich mich Dir.“
(Jorge Luis Borges, ”Ode an die deutsche Sprache“ )
Semantik:
“Mein Großonkel warf mich aus seiner Firma, verfluchte mich und enterbte mich. Ich kehrte zu Studien zurück, die meinen Neigungen und meinem Glauben an die letztendliche Zwecklosigkeit des Lebens und des Wissens eher entsprachen, und vertiefte mich mit Wonne in Literatur, Linguistik und Semantik [...].”
(Michel Rio: Passatwinde. 1984.)
Deutschlernen:
“Worum geht es? Man erwartet von Deutschlernenden, dass sie wissen, wo Rhein und Elbe liegen, dass Goethe kein Städtename ist usw. Das ist vermutlich Allgemeinbildung und wird übrigens in offiziellen Deutschprüfungen in der Regel nicht vorausgesetzt (was bei französischen Französisch-Prüfungen hingegen möglich ist). Oft geht man auf politische Bildung aus. Was ist eine Bundesrepublik? Dann scheint man wieder zu denken, Deutschlernende müssten die deutschsprachigen Länder auch mögen oder zumindest interessant finden, ihnen menschlich näher kommen. Und schließlich hat man entdeckt, dass Sprechhandlungen oft nicht gelingen wollen, wenn das Wissen um nicht-versprachlichte Kontexte fehlt. Zum Geburtstagskaffee bringt man keine Hinkelsteine mit. Morgens sagt man ‘Guten Morgen’, riskiert aber damit nach 10, der Langschläferei verdächtigt zu werden.”
(Achim Seiffarth, “Von der Reproduktion zur Produktion. Deutsch-italienische Kulturübungen” in: Zeitschrift für interkulturellen Fremdsprachenunterricht, 2002)
Rechtschreibreform:
“Ist aber ein wirkliches Bedürfnis zu einer
großen Reform in einem Volke vorhanden,
so ist Gott mit ihm, und sie gelingt.“
(Johann Wolfgang von Goethe 1824 )
“Ich persönlich werde in meinem Leben nicht mehr zur vollen Beherrschung der neuen Rechtschreibung vorstoßen.”
(Angela Merkel, B.Z. Berlin, 25. 7. 2004)
„In der Kalligraphie beweist man Geschmack, in der Orthographie macht man
Fehler“. Für die Orthographie gilt: „Ihr Nimbus ist denkbar schlecht. Der Orthographiekundige steht nie im Ruf des Künstlers, allenfalls dem des Beckmessers“
( Christian Stetter: Orthographie als Normierung des Sprachsystems. In: HSK 10.1, 687– 697)
Liebe:
„Deutsch begeistert mich. Diese Tiefe, dieser Reichtum, diese Deutlichkeit. Ich knie nieder vor dieser Sprache. Sie ist ein Geschenk.“
(Xavier Naidoo)
Internet:
„Das Internet ist das maschinelle Gedächtnis der Welt. Nihil est in intellectu, quod non prius fuerit in sensibus: Nichts ist im Verstand, was nicht vorher in den Sinnen gewesen wäre heißt der 1. Grundsatz des sensualistischen Empirismus. Nun gilt Nihil est in memoria, quod non prius fuerit in Internassa.“
(Alois Brandstätter, österreichischer Schriftsteller und Sprachwissenschaftler)
Andreas Cyffka



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