18. Januar 2012
“Döner-Morde” ist das Unwort des Jahres 2011. Die Jury der sprachkritischen Aktion hat es unter mehreren hundert Vorschlägen ausgewählt, wie Jury-Sprecherin Nina Janich am Dienstag in Darmstadt mitteilte. Die Begründung: Mit dem Wort werden ganze Bevölkerungsgruppen ausgegrenzt und die Opfer selbst in höchstem Maße diskriminiert, indem sie aufgrund ihrer Herkunft auf ein Imbissgericht reduziert werden.
Zu weiteren Unwörtern des Jahres wählte die Jury zudem die Begriffe “Gutmensch” und “marktkonforme Demokratie”.
Das “Unwort des Jahres” gibt es seit 1991. 2420 Einsendungen und damit so viele wie noch nie sind bei der unabhängigen Jury dieses Mal eingegangen. “Unwort des Jahres 2010″ war das Wort ”alternativlos”.
Andreas Cyffka
11. Januar 2012
Eine Frage , die alljährlich zum Jahresende in Rechtschreibforen auftaucht: Wie wünscht man orthografisch korrekt, dass das kommende Jahr gut werden möge? Die Antwort: Man wünscht ein gutes neues Jahr. Nicht weniger herzlich gemeint ist das “gute Neue Jahr”, doch leider orthografisch falsch. Warum schreibt man der Heilige Abend, aber ein gutes neues Jahr?
Der Heilige Abend gilt als Eigenname und deshalb wird das dazugehörige Adjektiv großgeschrieben. Das neue Jahr hingegen gilt nicht als Eigenname, weshalb das Adjektiv kleingeschrieben wird. Wir wünschen Ihnen, liebe Leserinnen und Leser des Deutschblogs, also ganz korrekt – und ganz herzlich – ein gutes neues Jahr.
Die Jahreswende bietet ja überhaupt so einiges an rechtschreiblichen Klippen. So fragen sich viele regelmäßig nach der korrekten Schreibung des letzten Tages des Jahres: Silvester – und zwar nur so, mit “i”. Man hat dagegen die Wahl beim Artikel: “das” oder “der” Silvester – beide sind richtig. Der männliche Vorname Silvester kann dagegen auch mit “y” als “Sylvester” geschrieben werden. Die an pyrotechnischen Effekten nicht arme Jahreszeit kann einen auch an das bengalische Feuer erinnern. Das schreibt man mit kleinem “b”. Auch wenn man es in ungezählten Fällen mit einem großen antrifft.
Andreas Cyffka
15. Dezember 2011

Liebe Leserin, lieber Leser,
das Jahr nähert sich mal wieder seinem Ende. Das Jahr im Blog war geprägt durch Themen, die manchmal ganz leicht, manchmal auch weniger leicht zu verstehen sind.
Im Dezember vernehmen wir bereits die Meldungen aus Österreich und der Schweiz zu den in unseren Nachbarländern gekürten Wörtern des Jahres. Dass der Wortbestandteil Euro- in beiden Sieger-Wörtern vorkommt, stellt nun eine – sagen wir – maßvolle Überraschung dar. Das Jugendwort im Österreich des Jahres 2011 ist „liken“, was stimmig ist, denn die Bedeutung von Facebook wächst ja beständig.
Spaß hatten wir mit dem Einfall der österreichischen Aktionskünstler von BirdBase und ihrer Idee einer rechtschreiblich stark deformierten Kafka-Ausgabe als Medien-Aufreger. Auf gewisse rechtschreibliche Defizite und ganz allgemein die Bedeutung und die Wahrnehmung von Rechtschreibung sollte die Aktion hinweisen. Wir halten das für keine ganz schlechte Idee, denn mit geringem Zeitversatz hatte der Rat für deutsche Rechtschreibung ja Alarm geschlagen hinsichtlich eines alarmierenden Ausgreifens von Analphabetismus.
Ein klein wenig Stolz waren wir bei der Meldung, dass PONS Die deutsche Rechtschreibung ihren Nutzern nun 147.000 Stichwörter bieten kann.
Wir sinnierten über rechtschreiblich bedenkliche Funde in Wald und Flur und begrüßten das Onlinewörterbuch Deutsch als Fremdsprache auf PONS.eu. Wir sinnierten über letzte Fragen wie den Heavy-Metal-Umlaut und sammelten Erkenntnisse im Netz auf wie:
Derjenige, der viel falsch schreibt, hat entweder andere Prioritäten in seinem Leben oder ist vielleicht auch dabei es noch zu lernen.
Wir hoffen, dass Sprachliches für Sie auch zukünftig wichtig bleibt. Und nach einer Phase von Zimtsternen, Sekt und Raketen wollen wir Ihnen auch 2012 leckere, perlende und Funken sprühende [auch: funkensprühende] Themen rund um Deutsch und das rechte Schreiben präsentieren. Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr!
Andreas Cyffka
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